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Das Sammelgebiet Deutschland ist um eine unverausgabte Marke reicher: Die Weihnachtskugel-Marke 2016 mit Rechtschreibfehlern.

Am 2. November 2016 sollte die zuschlagsfreie Sondermarke „Weihnachtskugel“ erscheinen. Kurzfristig wurde die Marke (nassklebend und selbstklebend im Zehner-Markenset) nicht ausgegeben, wegen drei Rechtschreibfehlern.

Jetzt sind die ersten Unverausgabten aufgetaucht!

„Frohe Weihnachten“ wurde auf dem Motiv in neun weiteren Sprachen wiederholt. Bei der dänischen und der niederländischen Schreibweise gab es Probleme:

Glædelig Jul, statt Glædelig jul.
Vrolijk Kerstfest, statt Vrolijk kerstfeest.

 

Der neue Ausgabetag mit dem korrigierten Text wurde auf den 30. November 2016 verlegt. Diese Marken tragen die Michel-Nummern 3269 (nasskl.) und 3270 (selbstkl.) im Folienblatt 61.

Nach mehreren übereinstimmenden Informationen wurden die ursprünglichen Marken aber bereits an einige Filialen vor dem Ausgabetag 2.11. (wie es üblich ist) ausgeliefert und dann erst zurückbeordert.

 
Am 4. Februar 2017 meldete www.Philaseiten.de, dass ein Exemplar der fehlerhaften Marke im Internet bei eBay angeboten wird, Startpreis 1,00 €. Fälschlicherweise deklariert als „Plattenfehler“.

Es ist ein gestempelter Wert der selbstklebenden Version auf Briefstück mit sauberem Maschinen-Vollstempel ‚Briefzentrum 21' (Hamburg Süd) vom 17.12.2016. Nach Angaben des Verkäufers aus einem Kilowarenkauf. Ein Exemplar, das augenscheinlich echt ist.

Das Stück wurde am 10. Februar 2017 unter der Artikelnummer 222398278075 für 1187,00 € zugeschlagen.


Die DBZ meldete am 10. Februar 2017 auf ihrer Internetseite www.deutsche-briefmarken-zeitung.de den Fund einer Marke durch einen Sammler. Die Marke (auf Brief?) ist ebenfalls vom BZ 21 gestempelt, mit Datum vom 27.01.2017.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es Exemplare mit dem fehlerhaften Text gibt, war real. Blickt man zurück, dann sind auch schon Marken aufgetaucht, die bei weitem noch nicht so ‚tief' im Postsystem verteilt waren.

Spekulation bleibt (noch), wie diese Marken, aber auch mögliche weitere Exemplare, in den Umlauf kamen. An manchen Schaltern der Post werden immer wieder Marken vor dem Ausgabetag verkauft, was einfach in der Unachtsamkeit des Personals begründet ist.
Wenn also die ‚rechtschreibfehlerhafte' Marken über die Schalter verkauft wurden, dann eher vor dem ursprünglichen Ausgabetag 2.11.16, es sei denn, die Rückruforder wurde –aus welchem Grund auch immer- ignoriert.

Die beiden ersten Rechtschreibfehler-Marken sind selbstklebend. Sie stammen damit aus einem Folienblatt (Dt. Post: „MARKENSET“) zu zehn Stück. Daraus kann man mutmaßen, dass es mindestens zehn Exemplare gibt.

Dass es sich dabei nicht um die einzigen Exemplare handelt, die von der Post „herausgegeben“ wurden, beweist z. B. die MICHEL-Redaktion selbst:
Im MICHEL-Online-Katalog ist derzeit noch unter der selbstklebenden 3270 ein Scan der fehlerhaften Marke zu finden (siehe Abbildung), also nicht die eigentlich gültige Ausgabe vom 30.11.16.

Herr Oskar Klan, Chefredakteur der MICHEL-Rundschau bestätigte, dass sie ein Folienblatt der fehlerhaften Marke zur Katalogisierung vorliegen hatten, was zur Abbildung im Online-Katalog führte.
Bekanntlich katalogisiert die Redaktion nur Stücke, die sie im Original vorliegen hat.
Nach der Zurückziehung, wurde die MICHEL-Redaktion zur Rückgabe des Folienblattes an die Deutsche Post aufgefordert. Dem ist die Redaktion nachgekommen.

Eine nassklebende Version der fehlerhaften Marke lag MICHEL übrigens nicht vor.

 
Im Moment konzentriert sich alles auf die selbstklebende Version. Ob die nassklebende Marke überhaupt gedruckt wurde und, wenn ja, zur Verteilung kam, ist derzeit noch nicht gesichert.

Es handelt sich dabei um eine „unverausgabte“ Briefmarke, denn sie wurde offiziell vor dem Ausgabetag zurückgezogen. Sie ist damit genau genommen kein „Postwertzeichen“, da sie nicht für frankaturgültig erklärt wurde. Dies gilt auch dann, wenn nachgewiesenermaßen Stücke über den Postschalter verkauft wurden und vielleicht noch eine unüberschaubare Menge auftauchen wird.

MICHEL dürfte die nächste römische Nummer für unverausgabte Marken bereithalten. Und vielleicht werden es ja auch zwei Nummern sein, wenn auch nassklebende Stücke zu Tage kommen.

Spätestens mit dem Auftauchen der Marke hat die Suche begonnen.

Detlev Moratz

Die Sprachen auf der Marke:

Deutsch: Frohe Weihnachten
Englisch: Merry Christmas
Französisch: Joyeux Noël
Italienisch: Buon Natale
Dänisch: Glædelig jul
Niederländisch: Vrolijk kerstfeest
Spanisch: Feliz Navidad
Polnisch: Wesołych Świąt
Tschechisch: Veselé Vánoce
Türkisch: Mutlu Noeller

   
© Briefmarkn- und Münzclub 1905 Ludwigshafen/Rh. e.V.